Europa teilweise ohne Strom
Am Samstag, 4. November 2006 gingen in weiten Teilen Nordrhein-Westfalens die Lichter aus. So auch in Greven, Gimbte, Schmedehausen, Vosskotten und den umliegenden Bauernschaften.
Auslöser für den knapp zwanzigminütigen Stromausfall war die Abschaltung einer Höchstspannungsleitung in der Nähe der Meyer-Werft bei Papenburg. Die Leitung wurde vorsorglich vom Netz getrennt, damit das neue Kreuzfahrtschiff „Norwegian Pearl“, so wie schon viele Luxusliner zuvor, ungehindert über die Ems fahren konnte. Bisher hatte es bei diesem Vorgang noch nie Komplikationen gegeben. Schon kurz nach der Abschaltung kam es jedoch zu Spannungsveränderungen der Windparks im nordeuropäischen Raum. Folge war ein Frequenzabfall, der eine stabile Stromversorgung gefährdete. Deshalb wurden Lasten nach dem Zufallsprinzip abgeschaltet. Auch der Trafo in der Mühlenstraße in Greven war betroffen. Dieses Zufallsprinzip wurde vor etwa fünfzig Jahren festgelegt. In Steinfurt und Lüdinghausen wurden die Trafos ebenfalls vom Netz getrennt.
Während des Stromausfalls waren der Bereitschaftsdienst und einige zusätzliche Mitarbeiter der Stadtwerke vor Ort und haben eine Vielzahl von Störmeldungen quittiert. Von dem Blackout nicht betroffen waren die Gas- und Wasserversorgung. Nach knapp zwanzig Minuten wurde der Trafo wieder in Betrieb genommen und die Stromversorgung wurde wieder hergestellt.
Nicht ganz so glimpflich lief es in anderen Teilen Deutschlands ab. In Baden-Württemberg, Hessen, Rheinland-Pfalz und anderen Teilen NRWs blieb die Stromversorgung bis zu einer Stunde unterbrochen. Auch die Menschen in Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Österreich, Italien, Spanien und Portugal saßen im Dunkeln.
Die genaue Ursache für die Strompanne ist noch unklar. Die Störungsprotokolle werden weiter ausgewertet.

