Frage 10
Warum gibt es die Ölpreisbindung?
Die Ölpreisbindung regelt nicht, wie teuer absolut das Erdgas ist, sondern, nach welchen Spielregeln sich der aktuelle Erdgaspreis innerhalb eines Vertragszeitraumes verändern darf.
Sie ist eine Vereinbarung zwischen Erzeugerländern und Erdgasimporteuren. Sie wurde erfunden, um teure Investitionen in die Erschließung langfristig abzusichern. Da sie sich als praktikabel in der Preisfindung erwiesen hat, wird sie auch im innerdeutschen Handel angewandt. Sie ist jedoch kein Muss. Eine der großen Ferngasgesellschaften bietet auch Verträge ohne Ölpreisbindung an.
Was viele Verbraucher irritiert, ist die Tatsache, dass der Erdgaspreis mit großem zeitlichem Abstand dem Ölpreis folgt. Da in den vergangenen Jahren der Ölpreis manchmal eine Preisspitze im Sommer erreichte, führte dies dazu, dass die Erdgaspreise im Winter stiegen – ungünstig für die Verbraucher. In manchen Jahren war es aber auch schon umgekehrt: Der Ölpreis war im Sommer niedrig und im Winter hoch – günstig für den Verbraucher.
Generell führt die Ölpreisbindung dazu, dass der Erdgaspreis dem Öl folgt, allerdings dessen extreme Preisausschläge nicht mitmacht.
In Ländern, in denen die Ölpreisbindung nicht üblich ist, sind die Energiekosten deswegen übrigens nicht niedriger. Beispiel: England.
Positiv ist außerdem, dass die Ölpreisbindung verhindert, dass Versorgungsengpässe missbraucht werden.

